Vor einer Neuinstallation oder nach einem Hardwarewechsel stellt sich oft die Frage, welcher Schlüssel eigentlich auf dem PC steckt. Den Windows Product Key auslesen können Sie unter Windows 11 und 10 mit Bordmitteln, allerdings nicht in jedem Fall vollständig. Dieser Ratgeber zeigt, welche Methode wann funktioniert und warum manchmal gar kein Schlüssel erscheint.
Das Wichtigste in Kürze
- Den im UEFI hinterlegten Herstellerschlüssel zeigt ein kurzer PowerShell-Befehl an.
- Der früher übliche Befehl mit
wmicfunktioniert unter aktuellen Windows-11-Versionen nicht mehr. - Von einem manuell eingegebenen Schlüssel zeigt Windows nur die letzten fünf Zeichen an.
- Viele PCs sind mit einer digitalen Lizenz aktiviert und benötigen für eine Neuinstallation gar keinen Key.
Zuerst nachsehen: Wo der Schlüssel stehen kann
Bevor Sie Befehle eingeben, lohnt ein Blick in Ihre Unterlagen. Den vollständigen Schlüssel finden Sie am zuverlässigsten dort, wo Sie ihn erhalten haben:
- Kauf-E-Mail oder Rechnung: Bei einem Online-Kauf steht der 25-stellige Schlüssel in der Regel in der Bestell- oder Lieferbestätigung.
- Kundenkonto des Händlers: Viele Shops speichern gekaufte Schlüssel zusätzlich im Kundenkonto.
- Aufkleber am Gerät: Ältere PCs und Notebooks tragen teilweise noch einen Aufkleber mit dem Schlüssel.
- Firmware des PCs: Bei vielen Fertig-PCs und Notebooks hat der Hersteller den Schlüssel im UEFI hinterlegt. Diesen können Sie auslesen.
Aktivierungsstatus in den Einstellungen prüfen
Oft genügt schon die Frage, ob und wie Windows aktiviert ist. Unter Windows 11 öffnen Sie dazu Einstellungen → System → Aktivierung, unter Windows 10 Einstellungen → Update und Sicherheit → Aktivierung.
Steht dort, dass Windows mit einer digitalen Lizenz aktiviert ist, speichert Microsoft die Berechtigung für Ihre Hardware. Bei einer Neuinstallation derselben Edition auf demselben PC aktiviert sich Windows dann in der Regel automatisch, sobald eine Internetverbindung besteht. Ist die Lizenz zusätzlich mit Ihrem Microsoft-Konto verknüpft, hilft das bei einer späteren Reaktivierung nach einem Hardwarewechsel.
Windows Product Key per PowerShell auslesen
Diese Methode funktioniert unter Windows 11 und Windows 10 gleichermaßen und liest den Schlüssel aus, den der Hersteller im UEFI gespeichert hat.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Startsymbol und wählen Sie „Terminal (Administrator)“ oder unter Windows 10 „Windows PowerShell (Administrator)“.
- Geben Sie den folgenden Befehl ein und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.
(Get-CimInstance -Query 'select * from SoftwareLicensingService').OA3xOriginalProductKeyErscheint ein 25-stelliger Code, ist das der vom Hersteller hinterlegte Schlüssel. Er gehört zu der Edition, mit der der PC ausgeliefert wurde, meist Home.
Bleibt die Ausgabe leer, ist im UEFI kein Schlüssel gespeichert. Das ist bei selbst gebauten PCs, bei älteren Geräten und bei Rechnern, die mit einem separat gekauften Schlüssel aktiviert wurden, völlig normal.
Letzte fünf Zeichen mit slmgr anzeigen
Haben Sie Windows mit einem gekauften Schlüssel aktiviert, speichert Windows diesen nicht im Klartext. Mit dem Lizenzwerkzeug slmgr können Sie aber zumindest prüfen, welcher Schlüssel installiert ist. Öffnen Sie dazu die Eingabeaufforderung und geben Sie ein:
slmgr /dliNach einigen Sekunden öffnet sich ein Fenster mit Edition, Lizenzkanal, Aktivierungsstatus und dem Teil-Product-Key, also den letzten fünf Zeichen. So können Sie etwa abgleichen, welcher von mehreren gekauften Schlüsseln auf einem PC verwendet wurde. Ausführlichere Angaben liefert der folgende Befehl:
slmgr /dlvBeide Befehle zeigen nur Informationen an und verändern nichts an Ihrer Lizenz.
Warum wmic nicht mehr funktioniert
Viele ältere Anleitungen empfehlen einen Befehl mit dem Werkzeug wmic. Microsoft hat dieses Kommandozeilenwerkzeug schon vor Jahren abgekündigt. Unter Windows 11 Version 24H2 ist es standardmäßig deaktiviert, mit Version 25H2 entfernt Microsoft es laut eigener Angabe vollständig.
Unter Windows 10 ist wmic noch vorhanden, liefert aber dasselbe Ergebnis wie der PowerShell-Befehl oben. Nutzen Sie deshalb auf allen Systemen die PowerShell-Variante.
Warum der vollständige Schlüssel oft nicht auslesbar ist
Einen manuell eingegebenen Schlüssel legt Windows nur verschlüsselt ab. Programme anderer Anbieter versprechen, ihn trotzdem anzuzeigen. Das Ergebnis ist aber häufig ein allgemeiner Installationsschlüssel, den Windows bei Upgrades oder digitalen Lizenzen einträgt und der sich nicht zur Aktivierung eignet.
Wenn Sie ein solches Programm trotzdem nutzen möchten, laden Sie es nur aus einer vertrauenswürdigen Quelle herunter. Unter dem Namen von Key-Anzeigeprogrammen wird immer wieder Schadsoftware verbreitet. Für die meisten Zwecke reichen die Bordmittel aus diesem Artikel völlig aus.
Wann ein ausgelesener Schlüssel weiterhilft
Ein gefundener Schlüssel ist vor allem für eine Neuinstallation auf demselben Gerät nützlich. Den Ablauf beschreibt unser Ratgeber Windows 11 neu installieren bzw. Windows 10 neu installieren. Beachten Sie dabei zwei Punkte:
- Edition: Ein Home-Schlüssel aktiviert nur Home, ein Pro-Schlüssel nur Pro. Wählen Sie bei der Installation die passende Edition.
- Bindung an das Gerät: Vom Hersteller vorinstallierte Lizenzen sind an den ursprünglichen PC gebunden und lassen sich nicht auf einen anderen Rechner übertragen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Lizenzarten einfach erklärt.
Den Schlüssel geben Sie bei der Installation oder später unter Einstellungen → System → Aktivierung → „Product Key ändern“ ein. Klappt die Aktivierung nicht, finden Sie Lösungen in unserem Ratgeber Windows aktivieren.
Finden Sie keinen gültigen Schlüssel oder gehört die Lizenz zu einem anderen Gerät, benötigen Sie einen neuen Product Key in der passenden Edition.
Megfelelő licenc
Und der Schlüssel für Office?
Für Office gelten andere Regeln, dort lassen sich ebenfalls nur die letzten fünf Zeichen anzeigen. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber Office Product Key auslesen.
Fazit
Den im UEFI hinterlegten Herstellerschlüssel lesen Sie unter Windows 11 und 10 mit einem einzigen PowerShell-Befehl aus. Von manuell eingegebenen Schlüsseln zeigt Windows dagegen nur die letzten fünf Zeichen, die vollständige Nummer finden Sie in Ihren Kaufunterlagen.
Oft ist das Auslesen gar nicht nötig: Ist Windows mit einer digitalen Lizenz aktiviert, aktiviert es sich nach einer Neuinstallation auf demselben PC wieder von selbst.
Häufige Fragen
Warum zeigt der PowerShell-Befehl nichts an?
Dann ist im UEFI Ihres PCs kein Herstellerschlüssel gespeichert. Das ist bei selbst gebauten PCs und bei Geräten mit separat gekauftem Schlüssel normal. Prüfen Sie den Aktivierungsstatus in den Einstellungen und Ihre Kaufunterlagen.
Kann ich den vollständigen Key eines gekauften Schlüssels auslesen?
Mit Bordmitteln nicht. Windows zeigt über slmgr /dli nur die letzten fünf Zeichen an. Den vollständigen Schlüssel finden Sie in der Kauf-E-Mail, auf der Rechnung oder im Kundenkonto des Händlers.
Was bedeutet „digitale Lizenz“?
Bei einer digitalen Lizenz speichert Microsoft die Aktivierung für Ihre Hardware. Windows aktiviert sich nach einer Neuinstallation derselben Edition auf demselben PC automatisch, ein Schlüssel muss nicht eingegeben werden.
Gibt es wmic unter Windows 11 noch?
Unter aktuellen Versionen nicht mehr. Ab Version 24H2 ist das Werkzeug standardmäßig deaktiviert, mit Version 25H2 entfernt Microsoft es vollständig. Der PowerShell-Befehl mit Get-CimInstance ersetzt es vollständig.
Kann ich einen ausgelesenen Schlüssel auf einem neuen PC nutzen?
Ein vom Hersteller vorinstallierter Schlüssel ist an das ursprüngliche Gerät gebunden und lässt sich nicht übertragen. Für einen neuen PC benötigen Sie eine eigene Lizenz.



